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Beschreibungen Das Zend-Avesta: (Band I und II) Buch
Bei den heiligen Schriften der Religion Zarathustras, wie sie im Zend-Avesta vorliegen, handelt es sich unzweifelhaft um ein ähnlich bedeutsames Erbe früher religiöser Überlieferung, wie die Schriften anderer bedeutender Religionsgründer der Vergangenheit. Nach mehr als zweihundert Jahren stehen die wesentlichen Texte des Zend-Avestas dem interessierten deutschsprachigen Leser jetzt wieder zur Verfügung, nachdem die Person Zarathustras und seine Ideen in Gefahr gerieten, von den Menschen bei uns vergessen zu werden. In den Überlieferungen des Zend-Avestas wurden bereits weit vor unserer Zeitrechnung die Konzepte von Himmel, Hölle und Paradies, von der Auferstehung der Toten, von Sünde und Vergebung, vom Teufel und von den Engeln beschrieben. Sie dürften damit auch spürbar die Ausgestaltung sowohl der jüdischen als auch der christlichen Lehre beeinflusst haben.
Bei der Bearbeitung der vorliegenden Neuausgabe stand das Anliegen im Vordergrund, eine auch dem Laien verständliche und lesbare deutschspra-chige Ausgabe des Zend-Avestas zu übergeben.
An der guten Lesbarkeit des Gesamtwerkes wird es schon im 18. Jahrhundert gemangelt haben. Die Vermischung von Textteilen, Kommentaren und redaktionellen Teilen, über tausend Fußnoten, die erwähnten Kürzungen des Textes mit vielen Verweisen auf andere Textstellen und eine wohl damals schon durch die Übersetzungstreue verursachte komplizierte Wortwahl und Satzstellung werden einen wesentlichen Anteil daran gehabt haben, dass so lange Zeit eine Neuausgabe nicht in Angriff genommen wurde.
Mit der vorliegenden Ausgabe wurde eine Neuanordnung der Texte im Gesamtwerk vorgenommen, die Fußnoten wurden auf ein sinnvolles Maß gekürzt, auf einige kommentierende und redaktionelle Textanteile sowie auf umfangreichere philologische Anmerkungen wurde verzichtet. Soweit es möglich war, wurden jedoch die von Kleuker gekürzten Teile des Originaltextes wieder in ihre ursprüngliche Form gebracht, weil diese Kürzungen aus heutiger Sicht eher als eine Verstümmelung des Ursprungstextes verstanden werden müssen.
Die Sprache des 18. Jahrhunderts wurde darüber hinaus behutsam in ver-ständliches Deutsch übertragen. Einige wenige Textstellen, deren Bedeutung nicht mehr eindeutig nachvollziehbar war, wurden in der ursprünglichen Fassung belassen. Der Begriff Perser, oft als Synonym für Parsen gebraucht, wurde durch diesen Begriff ersetzt, wenn es sinnvoll war. Die Satzzeichen wurden zum Teil ebenfalls unverändert übernommen, um das Verständnis des Textzusammenhangs zu unterstützen.
Die griechische Namensform Zoroaster wurde durch die inzwischen ge-bräuchlichere, Zarathustra, ersetzt. Die verwendete mittelpersische Fassung Ormuzd für den höchsten Gott Ahura Mazda wurde belassen. Die Abbildungen wurden der Ausgabe von 1776 entnommen.